Die Sonderausstellung präsentiert vom 7. November 2019 bis zum 11. Oktober 2020 die aufwändige Restaurierung eines großformatigen Gemäldes von Pieter Brueghel d. J., das über 150 Jahre in den Depots des Museums schlummerte.

Fast 200 Jahre lang schlummerte im Depot des Herzog Anton Ulrich-Museums ein kleiner Schatz: ein Gemälde von Pieter Brueghel dem Jüngeren (1564/65–1637/38). Allerdings war das Gemälde schwer beschädigt. Zahlreiche Fehlstellen, eine starke Vergilbung und andere Schäden führten dazu, dass das Werk nie ausgestellt werden konnte.

Erst im Jahr 2017 konnte dank der Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung endlich mit der umfangreichen Restaurierung begonnen werden. Nach mehr als 2 Jahren (!) intensiver Arbeit kann das Museum nun erstmals den „neuen Brueghel“ der (Kunst)Welt präsentieren. Anlass genug, das wiedergewonnene Werk aus der prominenten flämischen Künstler-Dynastie Brueg(h)el und die aufwändige Restaurierung mit einer Sonderausstellung zu feiern!

Der Künstler: Pieter Brueghel der Jüngere, Sohn des berühmten Pieter Bruegel des Älteren (um 1525/30–1569) und Bewahrer und Erbe des Werkes seines großen Vaters. Er bediente mit seiner Werkstatt den enormen Bedarf Europas nach Werken im Stil des Vaters.

Das Gemälde: Die Kreuztragung Christi, eine zentrale Szene aus der Passion, der Leidensgeschichte Christi, die uns Brueghel als Wimmelbild erster Güte präsentiert.

Die Ausstellung: Die Schau nähert sich dieser Kreuztragung aus verschiedenen Blickwinkeln.

Neben der Dokumentation der Restaurierung gehen wir der Frage nach, ob der jüngere Pieter nicht nur stilistisch das Erbe seines Vaters angetreten hatte, sondern auch dessen politisches Engagement weiterführte. Denn der ältere Bruegel äußerte in seinen Gemälden Kritik am katholischen Glauben und damit am herrschenden Regime der Habsburger – meisterhaft versteckt, weil öffentliche Kritik lebensgefährlich werden konnte, aber für den Eingeweihten unübersehbar.

Spiegelt sich diese Haltung auch beim Sohn wieder? War Brueghel der Jüngere ein stiller Rebell wie sein Vater? Wieviel Vater steckt im Sohn? Die Spurensuche beginnt in Antwerpen, der Heimatstadt der Familie Brueg(h)el ….

Antwerpen – glanzvolle
Metropole Europas

Die Familie Brueg(h)el
als Regime-Kritiker ?

Die Malerdynastie
Brueg(h)el

Pieter Brueghel d. J. im Kontext von Pieter Bruegel d. Ä.
und dem Braunschweiger Monogrammisten

Copy & paste – 
die Grafiken Pieter Bruegels
als Vorlagen für den Sohn

A closer look– die Besonderheiten des Meisterwerks

"Schattendasein
im Depot"

Ein Schattendasein im Depot muss nicht von Dauer sein, doch den Sprung in die Galerie schafft nicht jedes Kunstwerk. Das qualitätvolle, aber schwer beschädigte Gemälde der Kreuztragung von Pieter Brueghel dem Jüngeren stand über Jahrzehnte auf einer Wunschliste. Der Museumsalltag und verschiedene weitere Hindernisse verzögerten jedoch eine aufwändige Restaurierung.

Die Umsetzung gelang letztendlich, auch dank finanzieller Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung und mit dem Engagement von Armin Lang als freiberuflichem Restaurator.

Nach über zwei Jahren fand im Juli 2019 die Restaurierung ihren erfolgreichen Abschluss, so dass das Gemälde nun erstmalig in seiner Qualität präsentiert werden kann.

Wir haben für Sie die spannende Zeit zurückgedreht. Sie können im Folgenden dem Restaurator über die Schulter schauen und die Prozesse miterleben. Meilensteine seiner Arbeit sind in den wichtigsten Schritten fotografisch und streckenweise filmisch dokumentiert.

Kreuztragung Christi, Vorzustand 2017
Pieter Brueghel d. J. (1564/1565 –1637/38)

Herzog Anton Ulrich-Museum, Gemäldegalerie,
Inv. Nr. GG 1268

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