3. Meilenstein

Sicherung

Bevor das Gemälde abgespannt wird, sind die Malschichtkanten, Löcher, Risse und Kittungen mit Japanpapier und Leim zu schützen. Anschließend kann das Gemälde auf eine waagerechte Arbeitsfläche gelegt werden.

Abspannen

Das Nägelziehen der alten Aufspannung geschieht besonders erschütterungsarm, wenn die Bildschicht auf einer Arbeitsfläche liegt. Mit einem Geißfuß werden die Nägel Stück für Stück an dem Überspann vorsichtig gelockert und anschließend mit einer Zange herausgezogen.

Beschweren

Vor dem Herausheben des alten, schadhaften Keilrahmens wird die Gemälderückseite mit Kartons und Sandsäcken beschwert. Die Gewichte garantieren ein planes Liegenbleiben der Leinwand.

Naht

Die Naht der Doublierleinwand ist vollständig zu sehen. Ihre Enden wurden durch die Auflage des Rahmens flachgedrückt. Ebenfalls in seiner Position fixiert, ist der verhärtete Überspann. Auch ohne den Keilrahmen bleibt er stehen. Im Hintergrund ist der neue, vergrößerbare Spannrahmen bereitgestellt.

Ausrichten

Für das Positionieren des Spannrahmens werden in die Leinwandecken Pappen und Hölzer platziert. Der hierauf abgelegte Rahmen kann millimetergenau ausgerichtet und durch das schrittweise Entfernen der Holzlagen reibungsfrei eingepasst werden.

Aufspannen

Für einen besseren Halt sind die ausgerissenen Nagellöcher gekittet. Durch anschließendes Anbohren der Kittung kann eine Schraube gezielt eingedreht werden. Unterlegscheiben aus Pappe und Metall verteilen den dosierten Andruck. Vorab platzierte Klebepunkte ermöglichen eine sinnvolle Aufteilung der Zwischenabstände.

Verbessertes System

Die Leinwandspannung lässt sich über den Rahmen regulieren. Hierfür kann der neue Spannrahmen erschütterungsfrei, durch Drehen der Schraubelemente, vergrößert werden. Auf den Nahtbereich wird kein Druck ausgeübt, da in den Rahmenschenkel unterseitig eine Nut gearbeitet ist.

Raus aus dem alten Korsett – Einleitung

Eine grundierte und bemalte Leinwand ist in der Regel auf einen Rahmen gespannt. Aus dem Spannrahmen, der einfachsten Form aus vier feststehenden Leisten, entwickelte sich im 18. Jahrhundert der Keilrahmen. Über eine Keilfunktion ist bei diesem verbesserten System die Größe des Rahmens veränderbar und somit die Straffung der Leinwand möglich. Große Formate benötigen für ihre …

Raus aus dem alten Korsett – Einleitung Weiterlesen »

Nach oben scrollen